Juneau
Ein Fluch

 

Elias bat Marcus in sein kleines gemütliches Holzhaus und deutete ihm auf einen Stuhl platz zu nehmen. Es war ein gemütliches Häuschen. Innen wie außen komplett aus Holz. Große Fenster ließen genügend Licht in Häuschen um es noch gemütlicher zu machen. Die Möbel waren ebenfalls aus Holz. Das einzige was nicht hineinpasste war ein kleiner Glastisch. Wenn man zur Tür rein kam, gab es direkt auf der rechten Seite eine kleine Sitzecke. Drei gepolsterte Holzstühle standen um den besagten Glastisch. Dahinter ein Fenster mit blau kartierten Gardinen. Auf dem Tisch lag passend dazu eine blau kartierte Tischdecke auf der eine wunderschön geformte Glasvase stand und halb vertrocknete Tulpen kämpften darum noch einen Tag länger dort stehen bleiben zu können. Linke von der Tür stand nichts weiter. Es war ein kleiner Durchgang, denn nahezu mittig in diesem Raum stand eine große schwer wirkende Holztreppe. Das Holz der Treppe war dunkler und die Treppe stand da wie ein Massiv, dass das Haus irgendwie zusammenhielt und stütze, obwohl sie völlig frei stand und nicht in Verbind mit dem Haus stand. Wenn man links an dieser Treppe vorbei ging kam man in eine kleine gemütliche Küche, die eine Durchgangsküche ohne Türen war. Es war als wäre dieser Raum da einfach hingesetzt worden und doch passte er irgendwie darein. Dann kam ein großer runder Holztisch mit nur 2 Stühlen daran. Das Badezimmer schloss sich daran an. Es war ebenfalls klein und gemütlich bot aber genügend Platz für zwei oder drei Personen. Badewanne und Dusche, sowie eine Toilette, zwei Waschbecken, eine Waschmaschine, zwei hölzerne Hängeschranke und ein schmaler Stehschrank hatten neben all den Kleinigkeiten, wie Haken für Handtücher und Halterungen für Zahnbürsten platz. von dort aus ging es weiter. Man kam in einen Raum, in dem ein Bett und ein Schreibtisch, sowie ein kleiner Schrank standen. Es mochte wohl das Schlafzimmer von Elias sein und von dort aus kam man schlussendlich an einer Couch und einem Fernseher vor bei zurück zu den drei Stühlen und den Glastisch, an dem Elias und Marcus noch einen Bourbon und Cola tranken.

"Ich weiß was dich herführt. Und ich habe mir in den zwei Tagen überlegt, dass ich dir helfen werde. Nicht weil du mein Schwager bist, oder du dir einbilden könntest du wärst mein Freund, sondern, weil ich meine Schwester nicht verlieren möchte." Elias Ton war rauer und abgeklärter. Von der Begrüßungseuphorie und der anfänglichen Wärme war nichts mehr zu spüren. "So? Was habe ich denn vor?" Augenblicklich verfiel auch Marcus in diesen Ton und fand die Worte seines Schwagers beinahe unverschämt. "Du willst deiner Frau helfen, sich nicht mehr so zu benehmen. Du willst sie so zurück wie sie einst war und du willst herausfinden, was schief gelaufen ist." "Könnt ihr alle Hellsehen? Bin ich hier der einzige Idiot, der nicht weiß, was ihr alle denkt?" Marcus fühlte sich auf den Schlips getreten. Irgendwie hatte er sich das alles anders vorgestellt. Er dachte, er käme hierher, würde alles diesem Elias erklären und dann einen Tipp bekommen, der alles auflösen würde und machen würde, dass es alles ist wie vorher. Aber irgendwie war das eigentlich auch nur eine Wunschvorstellung. Das es allerdings so seltsam vonstatten gehen würde, dass hatte er sich nicht erträumen lassen. Er fühlte sich wie allein gelassen in einem mega schlechten Gruselfilm. "Gut alles klar, da du alles weißt, weißt du sicherlich auch, wie ich es lösen kann?!" "Nein, tut mir leid, das weiß ich nicht." Bedrückt schaute Elias zu Boden. Er hatte sich auf seinem Stuhl vorne auf die Kante gesetzt, seine Ellenbogen auf den Schoß gestützt, und ließ seine Arme über die Knie vorne runter hängen. In der einen Hand hielt er das kleine Burgbon-Glas, das er nun anfing zu drehen, damit aus dem Bourbon ein Strudel wurde. 

Marcus erwischte sich dabei, sich schlecht zu fühlen, denn er wollte gar nicht so gemein sein und sich auf so was einlassen. Er deutete auf die Narbe unter dem rechten Auge von Elias:"Was ist da geschehen", fragte er ganz vorsichtig und in einem versöhnlichen Ton. "Das ist das letzte Mal passiert, als ich helfen wollte." Marcus schaute ihn verwundert an ? "Es war schon mal jemand hier, der mit dem gleichen Problem kam?" Elias schüttelte den Kopf und sah Marcus tief in die Augen:"Nein, ich war derjenige, der dieses Problem hatte. Ich wollte es lösen, aber ich habe es nicht geschafft. Diese Narbe ist alles was mir blieb."

"Und ich!" protestierte eine piepsige Stimme. Marcus hatte das Mädchen weder kommen gesehen noch gehört. Elias saß mit dem Rücken zu ihr und schien nicht einmal erschrocken. Marcus hatte sich tierisch erschrocken und er saß mit dem Gesicht zu ihr. "Es tut mir Leid, mein Engel. Natürlich, du auch ! Und du bist das beste was mir blieb." Das Mädchen lächelte und sagte völlig aus dem Zusammenhang, aber sehr energisch:"Wenn ihr etwas sucht, dann fangt da an, wo ihr es zuletzt gesehen habt." Das Mädchen hoppste davon und ihre langen blonden Locken wippte im Takt. Sie polterte die Treppe hinauf. "Wer..." "Clara" Marcus ging ein Licht auf. "Clara" wiederholte er leise. "Clara, so hieß deine Frau, nicht war?" Elias nickte und es sah so aus als würde er sich eine Träne verdrücken. Er füllte sein Glas nun bestimmt schon zum siebten Mal nach!

"Ich erzähl dir jetzt eine Geschichte. Ich weiß nicht ob es wahr ist, aber ich glaube daran."

 

 

 

 

"Ich war gerade ein viertel Jahr elf Jahre alt. Ich fühlte mich groß, Bärenstark und unglaublich cool. Wir lebten zu diesem Zeitpunkt noch in Maryport. Das liegt an der Westküste in Mittelengland. Wir -  meine Mutter, mein Vater und ich, sowie meine kleiner Beaggle Samy - lebten auf einem riesigen Grundstück und in einem wunderschönen altmodischen Bauernhof. Wir hatten Kühe, Schafe, Pferde und zwei Schweine - Joey und Fred. Ich liebte diese Tiere. Und  alles war einfach perfekt. Ich war gut in der Schule, mein Vater arbeitete hart auf dem Hof und Mutter verdiente noch ein bisschen mit ihrem Hofladen dazu, in dem sie selbst angebaute Dinge verkaufte, wie Kürbisse, Marmelade und Kartoffeln.

Eines Tages saßen wir zu Abend, mein Freund war gerade nach Hause gegangen, wir hatten den ganzen Tag getobt und auf die Schafe aufgepasst, es war ein riesen Spaß, doch dann, mit einem Mal war alles anders. Meine Mutter begann zu weinen und sagte völlig aufgelöst, sie sei Schwanger. Ich verstand nicht wieso sie weinte, denn ich hatte mich auf einmal riesig auf ein kleines Brüderchen gefreut. Mein Vater entgleitete das Gesicht. Er war auf einmal ganz ernst. So hatte ich ihn nur einmal vorher in meinem Leben erlebt : Als ich den Schafen die Wolle einmal willkürlich abschnitten hatte und er mir mit einem Teppichklopfer hinterher jagte. Da war auf einmal wieder dieses Gesicht und ich wurde auf mein Zimmer geschickt, aber ich ging nicht und zu erfahren, was so schlimm an dieser Schwangerschaft war. Und dann hörte ich heraus, sollte es ein Mädchen werden, so müsste meine Mutter sterben. Ich war fassungslos und verstand einfach nicht wieso das so sein sollte. Ich lief in mein Zimmer und schmiss mich auf das Bett und weinte bitterlich. Die folgenden acht Monate waren die Hölle auf Erden. Meine Mutter ging es von Tag zu Tag schlechter, sie schloss ihren Hofladen und lag nur noch im Bett. Sie sah schrecklich aus. Sie war immer die hübeschte Frau auf der Welt, aber da nicht mehr. Nach acht Monate gebar sie fast 24 Stunden lang ein Kind. Es war ein Mädchen. Sie war wunderschön und ich weinte vor Freude. Doch meine Mutter starb nur wenige Minuten Später. Sie verblutete. Im ersten Moment hasste ich dieses Baby. Es hatte mir meine Mutter genommen, aber ich fand es nicht fair ihr die Schuld zu geben. Mein Vater war gefasst. Es war als hätte er sich bereits damit abgefunden. Jone sollte das Mädchen heißen, Jone Elisabeth Rose Bakerfield. Jone war der Name, den sich meine Mutter für sie gewünscht hatte. Elisabeth hieß meine Mutter und den Namen Rose bekam sie, weil eine Rose die Pflanze ist, die meine Mutter heilen sollte. Das habe ich bis vor sieben Jahren aber nicht gewusst.

Auch meine Tochter heißt Clara Elisabeth Rose, denn als ich wusste meine Frau würde ein Mädchen bekommen, machte ich mich vorbeugend auf diese Suche nach dem Geheimnis um den Tod meiner Mutter, und deren Mutter und deren Mutter. Diese Schlange geht bis 200 Jahre zurück.

1809 gab es der Legende nach eine sehr vornehme Dame, die sich nichts mehr wünschte als ein Kind. Leider sah das Gott anders und schenkte ihrem Dienstmädchen ein Kind, die nicht mal eines gewollt hatte. Dieses Kind war unehelich, denn Dienstmädchen war es verwehrt einen Mann oder gar Sex zu haben. Sie wurde unerentlich entlassen, auf den Straßen verspottet. Das alles machte dieser Frau nichts, denn sie hatte alles was sie wollte : Ein Leben und sich und das wunderschöne Mädchen in ihren Armen. Mary Lane hieß dieses Kind. Als Mary Lane ungefähr zwölf war, saß sie am Tisch in der Hütte, die sie sich mit ihrer Mutter teilte. Ihre Mutter war auf dem Markt und verkaufte getöpfertes, Mary Lane saß zu Hause und fertigte diese Stücke an. Als ihre Mutter nach Hause kam, befahl sie Mary Lane wegzulaufen und nicht zu fragen wieso. Mary Lane tat wie ihr aufgetragen wurde. Lange ging es gut und sie sah ihre Mutter nie wieder. Weit weg von Carlisle, dem Ort in dem sie gewohnt hatte, lernte sie einen Edelmann kennen. Sie verliebten sich und heirateten und bald wurde Mary Lane schwanger. Kurz vor der Geburt tauchte eine Frau auf, die sich als Hebamme ausgab, doch es war die vornehme Dame, für die ihre Mutter gearbeitet hatte - alt un  runzelig. Sie schrie sie an, sagte unverständliche Worte und sprach einen Fluch aus.

Keine Frau, die in diese Familie kommen wird, wird bei der Geburt eines Mädchen überleben.

Das geht nun 200 Jahre so und alle ersuchen diesen Fluch zu lösen, doch wie du gemerkt hast, hat es bisher niemand geschafft. Ich habe leider keine Lösung gefunden und meine Frau musste sterben."

 

 


 

 

Marcus war gerührt und verdrückte sich ein paar mal eine Träne."Meine Frau wird sterben?" fragte er mit bebender Stimme ? 

"Bekommt sie ein Mädchen - Ja !" "Und weiß sie das?" Marcus konnte das alles nicht glauben, das war doch ein schlechter Scherz. "Ja, das weiß sie!"

 

 


 

1.8.11 12:32
 


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