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31.7.11 13:02


Einführung

Sie ist erst 17 als sie ihm den Kopf verdreht. Er bereits 32 als sie sich nach 7 Jahren Beziehung zu einem Kind entschließen, doch auf einmal ist alles anders. Sie arbeitet nicht mehr und die Leere füllt ihr Leben.

Geplagt, dem Leid seiner Frau zuzusehen, macht er sich auf die Suche nach einer Antwort und kramt ohne ihr Wissen in ihrer Vergangenheit, findet ihren Bruder in England und die beiden sind auf der Jagd nach einem 200 Jahre alten Familienfluch. Nur die Wahrheit kann diesen Fluch brechen. Und laut einer alten Frau ist auch ein bisschen Magie nötig. Marcus findet nicht nur die schreckliche Wahrheit über seine Frau herraus, sondern erfährt auch eine ganze Menge über sich und sein Leben. Leider kommt nicht jeder mit einem Schrecken davon. DUnkle Geheimnisse und Tod sind der Leitfaden dieser schaurig schönen Geschichte.

Drama, Liebe, Leidenschaft, Leid, Spannung !! Was will man mehr .



Viel Spaß beim Lesen !



31.7.11 12:58


Mädchen im Regen

 

 

 

 

"So, es ist alles fertig!" Naella war die Putzfrau. Sie war wunderschön, langes dunkles Haar, dass sie sich immer zu einem Dutt zusammenband, um ihre Haare nicht im Gesicht zu haben, wenn sie putzte. Große braune Augen, volle sinnliche Lippen und einen schönen schlanken Körper. Eigentlich wäre sie Grund gewesen Eifersüchtig zu sein, wenn Jone sie und ihren Freund alleine lies, doch sie wusste, er würde sie niemals anfassen, nicht einmal dann, wenn Jone ihn verlassen würde.

"Ist gut Naella, du kannst gehen, das Geld liegt in Flur auf dem Tresen!" Naella nahm ihre 150 Euro und ging ohne ein weiteres Wort. Jone war wieder allein. Sie ging in die Küche, kochte sich einen Kaffee und summte längst vergessene Melodien vor sich hin.  Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien mit all ihrer Kraft, auch wenn sie es nicht schafte, die Erde richtig zu erwärmen, so küsste sie doch die Haut und man fühlte sich fast wie an einem wunderschönen Frühlingsmorgen. Jone saß am weitgeöffneten Fenster und wartete auf ein Vogelgetzitscher, möge es noch so klein und hauchend sein, es würde den langersehnten Frühling einleuten.

Stunden vergingen und Jone war total vertieft in ihren Gedanken Sie ließ ihren Blick durch die Küche schweifen. Diese war nicht sonderlich groß. Wenn man reinkam gab es links eine kleine Küchenzeile in einem satten Orange, Jones Lieblingsfarbe und an der zur Tür gegenüberliegenden Seite war ein riesengroßes Bild aufgehangen, dass sie selbst einmal gemalt hatte. Eine Wunderschöne Rose begann zu blühen. Man sah nur den Rosenkopf und selbstverständlich war auch dieses Bild in Orangetönen gehalten. Gegenüber der Küchenzeile befand sich ein kleiner Tisch für Zwei. Jone hatte ihn mit Zeitungen beklebt und einen schützenden Lack darüber gestrichen. Auf dem Tisch standen wunderschöne Blumen. Ein Strauß aus Sonnenblumen, Wicken und roten und orangenen Gerberas. Er hatte ihn ihr mitgebracht und damit erneut Liebe entfacht. Er schaffte es nur mit ein paar liebevoll verfassten Zeilen sie dahinschmelzen zu lassen. 

Jone blickte aus dem großen Fenster. Sie hatte es mitlerweile zu gemacht, da es im Februar trotz der schönen Sonne immer noch viel zu kalt war. Kinder spielten auf dem Vorplatz des Hochhauses und unbewusst streichelte sie ihren Bauch. Noch 3 Monate, dann war es soweit. Sie wüschte sich ein kleines Mädchen. Er jedoch einen kleinen Jungen. Am Ende war es ihr egal, solange das Kind gesund war.

*

"Baby, ich bin wieder zu Hause!" Er war wieder da. "Wo bist du gewesen." Jone rief aus der Küche, denn sie fühlte sich schlapp und nicht stark genug wieder aufzustehen. Er entledigte sich seiner Kleidung und legte den Schlüssel akkurat auf den Tresen im Flur. Dann folgte er ihrer Feengleichen Stimme und stellte sich in die Küchentür: "Ich war arbeiten Schatz, es ist Montag." Verwundert schaute er Jone an. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren und dachte nicht daran, dass er arbeiten war. Ohne weiter darauf einzugehen, vermerkte sie, dass Naella da war und aufgeräumt und geputzt hatte. Dann schaute sie einmal mehr mit leeren Augen aus dem Fenster. "Was ist nur los mit dir ? Ich weiß wirklich nicht mehr was ich tun soll ! Was hällst du davon, wenn wir heute Abend schick essen gehen. Dann kommst du hier mal raus!" Jone zuckte mit den Schultern und er seufste. Er wusste nicht was mit ihr war, aber es war ihm auch in soweit egal, dass er weiter nachgehakt hätte. Er wusste, wenn er das täte, würde sie sich noch mehr verschließen und weinen und das war das letzte was er wollte.

*

Er hatte sie vor 7 Jahren kennen- und lieben gelernt. Sie war groß und schlank, fast schon zu dünn. langes schwarzes Haar fiel ihr geschmeidig über die Schultern und war in der Lage ihren Bauch zu kitzeln. Ihre Meeresblauen, tiefen Augen luden ein sich zu verlieren und ihre kleine, nahezu perfekt geformte Nase veranlasste jeden einmal stupsen zu wollen. Wenn sie redete klebte man an ihren Lippen fest und wenn sie dann noch ihren tiefroten Lippenstift auftrug, wollte man sie permanent küssen. Sie hatte eine kleine Brust und einen kleinen Po, aber das machte nichts, denn er passte perfekt in das Gesamtbild einer zerbrechlichen Schönheit.

Sie war damals gerade einmal 17 Jahre alt und er schon 25, doch er verliebte sich sofort in sie. Es war nicht ihre Makellose Haut oder ihre sinnlichen Lippen oder ihr schlanker Körper. Es war die Art und Weise, wie sie ihn anlächelte, wie sie mit ihren Zwei Freundinnin redete, wie sie sich neben ihn an die Bar setzte und eine Cola bestellte und ihn dann anlächelte. Sie schob ihm an jenem Abend in seiner Lieblingsbar einen kleinen Zettel zu, auf dem sie ihre Nummer und ein kleines Herzchen hinterlies. Sie trank ihre Cola und sie und ihre Freundinnin machten sich auf dem Weg. "Lauf ihr nach, Mann!" hatte der Barkeeper gesagt und Er polterte los. Als er auf der Straße stand, konnte er sie nicht mehr sehen und nass vom Regen, der an diesem Abend fast Sinnflutartig auf die Erde niederprasselte, wollte er sich auf dem Weg rein machen, als er sich ein letztes mal nach ihr umschaute. Er erstarte, als er die Silluette da am Horizont sah. Der Wind verwehte ihre Haare und er rannte auf diese Erscheinung zu, stoppte kurz vor ihr und wollte etwas sagen, doch er konnte nicht, ihm war für ein paar Sekunden nicht einmal der Atem geblieben. Sie lächelte und er hatte große Lust in Ohnmacht zu fallen. Zärtlich küsste sie ihm auf die Wange und drehte sich dann um. Ohne sich noch einen Blick hinter sich zu werfen, verschwand sie in die Dunkelheit und er setzte sich Platschnass zurück an die Bar. Ihr Gesicht aus dieser Nacht ging nie wieder aus seinem Kopf.

Die darauffolgende Lovestory war eher schlicht, unspektakulär. Er rief sie zwei Tage später an, sie verabredeten sich ein paar mal und irgendwann küssten sie sich. Wieder einmal im Regen, vor der Bar, wo sie sich zu ersten mal sahen. Sie zogen zusammen, er stellte sie seiner Mutter vor und seiner Oma und seinem Bruder und dessen Frau. 

Sie arbeitete als freie Künstlerin und er als Grafik-Designer. Sie verdienten beide gut und bald zogen sie zusammen. Vor zwei Jahren entschieden sie sich ein Kind zu bekommen. Seit dem ist Jone nicht mehr die Jone, die er einmal kennenlernte. Sie veränderte sich. Sie ging nicht mehr arbeiten. Sie malte traurige Bilder, verehrte den Ragen mehr als jemals zuvor. Sie war nicht direkt liebloser oder weniger gefühlvoll, aber man spürte eine leere. In ihren Augen, in ihren Bewegungen und jede Träne, die sie weinte erzählte keine Geschichte mehr, sondern war leer und eiskalt.

*

"Willst du auch einen Kaffee?" fragte er, owohl er wusste Jone würde nicht antworten. "Ja" sagte sie tonlos. Verdutzt schaute er sie an. "ich liebe dich" flüsterte er und hoffte darauf, dass sie ihm antwortete, doch vergebens. Er wusste, sie liebte ihn, aber sie sprach es nie aus. 

Er fasste in dieser Sekunde einen Entschluss - er würde rauskriegen, was damals geschehen war. Wieso hatte sie sich grundlegend geändert, seit sie ein Kind bekommen wollten. Was war schiefgegangen. Er wollte sich gleich Morgen früh in seinem Büro dahinter klemmen und dieses Rätsel lösen. Um ihr zu helfen und um die Angst loszuwerden, sie könnte ihn verlassen.Das diese Suche als nieenden wollend erscheinen würde und er geliebte Menschen lassen müsste, hätte er sich zu dem Zeitpunkt nie erträumt. 

 

*

 

29.7.11 15:22


Ihr Bruder

Der Wecker klingelte mit dem der Nachbarn um die Wette.Die Wohnung war zwar wunderschön, aber man musste eben manchmal Geräusche der Nachbarn in Kauf nehmen, die nicht immer schön anzuhören waren. Marcus schlug auf den Wecker, der augenblicklich verstummte. Er drehte sich noch einmal zur anderen Seite und beobachte einige Minuten seine wunderschöne Frau. Ihr Haar fiel weich auf's Kissen und ihre Hand mit ihren schönen langen Fingern und Rosé lackierten Nägeln lag unter ihrer Wange. Ihre Wimpern sahen aus als wären sie perfekt geschminkt - lang und dicht, aber das waren sie nicht. Überhaupt war Jone eher selten geschminkt. Sie sagte, das stehe ihr nicht und sie fühle sich unwohl. Marcus war es auch lieber wenn sie kein Make-Up trug. Nicht, dass es ihr nicht gestanden hätte, aber er mochte das Natürliche. 

Widerwillig stand er auf und schlürfte in seinem seidenen Morgenmante ins Badezimmer. Früher hätte er den ausgelacht, der ihm davon erzählt hätte, einen seidenen Morgenmantel zu besitzen. "Schnick Schnack und Weiberkram" hatte er immer abgewimmelt, aber heute konnte er es sich nicht mehr ohne vorstellen. Eine der wundervollen Veränderungen, die Jone in sein Leben gebracht hatte.

Marcus duschte jeden Morgen kalt, putzte sich unter der Dusche auch immer gleich die Zähne und rasierte sich. Einer der Männer, die darauf schworen, alles mit einmal zu machen sei keine Frauensache. Die morgentliche Badroutine war wichtig für ihn. Duschen, gründlichst abtrocknen, da war er nahezu paranoid - kein Tropfen Wasser durfte sich noch irgendwo an seinem sportlichen Körper befinden, Rasierwasser drauf und anziehen. Im normalfall brauchte er alles in allem 15 Minuten im Bad. Jone hatte diese morgentliche Zuverlässigkeit genossen, denn sie konnte danach immer perfekt ihren Morgen gestalten und da sich eine Schlafmütze war, stand sie immer 15 Minuten nach um sechs auf in dem Wissen, nicht an die Badtür hämmern zu müssen. Seit sie nicht mehr arbeitete, war es ihr egal geworden.

Marcus gleitete in die Küche, er war keineswegs ein Morgenmuffel, auch nie gewesen. Er genoß den Morgen, wenn alles noch ruhig dalag und langsam zu sich kam. Wenn es im Winter noch dunkel war und er um 7 Uhr, wenn er zur Arbeit fuhr, die ersten Sonnenstrahlen einfagen konnte. 

Er machte sich einen Kaffee und legte drei Brötchen in den Ofen, eines für jetzt, eines zum mitnehmen und eines für Jone. Er wusste sie verfütterte es oft eh nur an die Vögel, aber es war eine Gewohnheitssache geworden und so machte ihm das nicht einmal was aus. So lange der Kaffe brauchen würde, hatte er die Chance die Zeitung zu holen. Zum Glück brauchte er dazu nicht runter in den Hausflur rennen, denn der ältere Herr, der über ihnen die Wohnung bezog, verteilte sie Zeitung hier in der Gegend und so legte er jeden Morgen, halb sechs, eine Zeitung vor Jones und Marcus' Tür. Marcus schnappte sich die Zeitung und sah das Weltgeschehen durch. Er interessierte sich nicht sonderlich für Politik oder Sport oder Wirtschaft, aber er las sich immer alles Aufmerksam durch, denn auch wenn es ihn nur spährlich interessierte, ging es ihn auch etwas an, denn er lebte ja in dieser Welt und er mochte es nicht, wenn er nicht wusste, was um ihn herum geschah. Die Küchenklingelte schrillte und gab ihm damit zu verstehen, dass die Brötchen goldbraun gebacken waren. Er öffnete den Ofen und nahm sich eines heraus um sich Marmelade darauf zu schmieren. Er liebte Marmelade und freute sich immer besonders über die selbstgemachte Marmelade seiner Oma. Dann schmierte er sich noch das 2. Brötchen und legte es in den Flur, um es nicht zu vergessen.

Als er fertig war, seinen Kaffee getrunken hatte und noch einmal auf Toilette gewesen war, schlich er sich ins Schlafzimmer und drückte Jone einen Schmatzer auf die Wange:" Ich liebe dich!". Er streichelte zärtlich ihre Wange, nahm seinen Aktenkoffer, den er gestern Abend vor dem Schrank hatte stehen lassen und fuhr zur Arbeit. 

*

Es war um 10 Uhr und Jone wurde, von der Sonne geküsst, endlich richtig wach. Sie wusste zwar nicht wie spät es war, aber es machte ja auch nichts mehr. Was hatte sie denn, was sie zum Auftrieb zwingen könnte. Sie setzte sich auf und schaute sich im Zimmer um. Es war jeden Morgen irgendwie ein neues Zimmer. Das Licht fiel immer anders hinein und Sachen lagen nicht mehr da, wo sie sie gestern noch hatte liegen lassen. Der Stuhl stand am Schreibtisch und die Gardiene hing wieder etwas anders. Das Schlafzimmer war ihr Lieblingszimmer. Es war groß und geräumig. Die quadratische Form hatte eine Raumaufteilung damals sehr leicht gemacht. Wie lange wohnten sie eigentlich schon in dieser Wohnung. bstimmt 6 Jahre. Sie war schnell mit Marcus zusammengezogen. Aber sie hatte es auch nie bereut.

Mitten im Raum stand das große Bett, auf das sie niemals mehr hätte verzichten wollen. Jone dachte immer, wenn ich einmal sterbe möchte ich in diesem Bett beerdigt werden. Es war zwei mal zwei Meter groß und viel höher als normale Betten. Sie wusste es nicht genau aber sie schätze, dass es bestimmt 50 cm waren und ungefair einen Meter mit Matratze. Man musste regelrecht auf dieses Bett raufkrabbeln. Zwei Daunenbettecken und vier solcher Kissen dienten zum Schlaf. Sie waren immer Rosa bezogen. Ganz zartes Rosa. Jone fand diese Farbe unheimlich beruhigend und wollte keinesfalls in einer anderen Farbe schlafen. Außerdem passte es perfekt zu dem makellos weißem Bett und der Rosafarbenden Tagedecke, die sie als Kind angefangen hatte zu nähen und vor drei Jahren fertig geworden war. Sie war im Patchworkstil gefertigt und erzählte eine Lebensgeschichte.

Gegenüber dieses Traumbettes stand ein groer Weiße Schrank, der Jones und Marcus Sachen perfekt verstaute. Vier Türen hatte der Schrank, die zwei in der Mitte hatten große, saubere Spiegel. Jone war es wichtig, dass die Spiegel sauber waren, denn sie sollten nicht das gezeigte verunstalten. Wenn ein Spiegel nicht sauber ist, kann er nicht richtig spiegeln, hatte sie immer erklärt, weil alle sie für bescheuert hielten. Marcus war der erste, der ihr beipflichtete und das genauso sah, auch wenn er es nie so betrachtet hatte. Links vom Schrank, wenn man vom Bett aus schaute, war die Tür, an der sich drei Haken in Silber befanden und an denen immer die Morgenmäöntel hingen, wenn sie nicht getragen wurden. Auf der anderen Seite war das große Doppelfenster, mit weißen Gardienen, die das ganze Fenster verhingen, aber immer genug Licht reinließen und die Rosafarbenden Überwürfe, die rein aus Dekorationgründen dahingen. Auf dem Fenstebrett stand eine Blume. Keiner wusste was es war, Jone und Marcus hatten sie zur Einweihung geschenkt bekommen, aber Jone war sie ans Herz gewachsen und sie pflegte sie wie ein eigenes Kind. 

Vor dem Fenster stand ein kleiner Schreibtisch, mit einem Laptop und ein paar Zeichnungen von Jone und Marcus, der gerade an einer Webpräsentation einer Firma arbeitete. Er nahm sich immer viel Arbeit mit nach Hause um nicht so viel in der Firma hocken zu müssen. 

*

"Ja, bitte verbinden Sie mich!" Es war um 4 Uhr nachmittags und Marcus hatte den ganzen Tag damit zugebracht seinen Entschluss von gestern durchzusetzten. Er hatte recherchiert und rumtelefoniert. Jetzt sollte er mit Jones Bruder verbunden werden. Er konnte sich nicht vorstellen, dass es echt der Bruder war, denn Jone hatte ihn niemals erwähnt, aber was wusste Marcus eigentlich schon wirklich von Jone.

"Bakerfield, hallo?" Marcus hätte fast das Telefon wieder auf die Station gehauen. "Ja, eh, hallo, Herr Bakerfield?" stotterte der verstörte Marcus. "Mr. bitte, ich halte nicht viel von den deutschen Bezeichnungen." "Aber Sie sprechen doch deutsch!" Marcus wusste nicht genau, was er sagen sollte, aber was er sagen wollte, aber wiederrum nicht wie er es anfangen wollte. Mr Bakerfield kam ihn dann ungewollt zur Hilfe:"Was wollen Sie? Wer sind Sie?" Marcus beschloss einfach mit allem rauszurücken:"Kennen Sie eine Jone Hoppe? Ehm, ich meine Jone Bakerfield!" berichtigte er sich, denn er ging nicht davon aus, dass Jone ihrem Bruder erzählt hatte, dass sie geheiratet hatte. Der Mann am Telefon gab keinen Laut mehr von sich und Marcus war sich sicher ein schluchtzen gehört zu haben. "Wo ist sie, wann kann ich sie sehen?" Der Mann klang verzweifelt und Marcus entschied sich zu ihm zu fahren um mit ihm zu reden. "Ich komme sie besuchen, sehr bald schon! Bitte würden Sie mir dann einiges erklären. Vielleicht kommt Jone mit!" Marcus verspürte eine Erleichterung die sich in seinem Körper breit machte, die jedoch nicht lange währen sollte. "Nein, sagen Sie ihr nichts. Sagen Sie  ihr, Sie wären auf Geschäftsreise. Ich erwarte Sie in zwei Tagen, ich erkläre Ihnen dann alles. Kein Wort zu Jone." Damit legte der Mann auf und seuftzend lies sich Marcus in seinen Schreibtischstuhl zurück fallen.

 

 


 

30.7.11 19:32


Bristol

Marcus saß im Flugzeug und machte sich einen Tag früher auf den Weg nach England, zu Jones Bruder, als geplant war. Gestern erst hatte er Kontakt aufgenommen und Morgen sollte er eigentlich erst da sein. Marcus wollte das Ganze aber mit Privatrecherchen verbinden, er wollte alles wissen. Wo lebte Jones Bruder, kam Jone vielleicht von hier? Wieso hatte sie nie etwas erzählt. 

Marcus hatte Jone erzählt er wäre auf Geschäftsreise und käme in einer Woche wieder. Sie hatte sich zwar über die Spontanität gewundert, aber sich nicht sonderlich dafür interessiert. "ist gut." hatte sie nur von sich gegeben und vertiefte sich wieder in ihr Buch. Als Marcus dann heute früh ging, stand sie immer ganz anteilnahmslos hinter ihm. In der Tür, im Flur, an die Wand gelehnt. Sie sagte kein Wort. Schaute ihn nur an, als wolle sie lesen, wohin er fuhr, was er vorhatte. Marcus war verunsichert. Hatte sie ihn vielleicht doch durchschaut? Als er ging, gab sie ihm einen Kuss. Sein Herz pochte wie wild und am liebsten hätte er ihr alles erzählt. Er hasste es sie anlügen zu müssen, aber ihr Bruder hatte es ihm verboten. "Ich liebe dich!" flüsterte sie und drückte die Wohnungstür zu. Marcus stand im Hausflur und eine Träne rollte seine Wange hinunter. Finde raus was los ist. Hilf ihr. Er dachte seit dem nur daran, was ihn erwarten würde. Aber was es auch war, er würde nicht aufgeben und nicht eher zurückkehen, bis er alles wusste und ihr geholfen hatte.

Sie hatte Ich liebe dich gesagt. Er war nun von seinem Vorhaben mehr überzeugt denn je. "Ich dich auch!" flüsterte er zurück und machte sich auf den Weg.

*

Es hatte die Nacht geschneit und Berlin lag in in einem weißen Kleid, wunderschön und märchenhaft. Das Taxi stand bereit ihn zum Flughafen zu bringen. Die Fahrt war nicht all zu lang, denn Marcus und Jone lebten relativ zentral, sodass es nirgens hin sehr weit gewesen war. Verträumt schaute er aus dem Fenster, als plötzlich sein Handy piepte

*Bitte sei vorsichtig, bei deinem Vorhaben. Begib dich nicht in Gefahr. Sei immer aufrichtig und frage, wenn du denkst, dass es eine Lüge war, aber schweig, wenn du weißt, dass es eine Lüge war. Bleib, bis du weißt was los ist, aber versprich mir nichts zu lösen !

Grüße meinen Bruder. Sag ihm aber nicht, dass ich weiß was ihr vorhabt.*

Marcus fiel die Kinnlade runter. Was war denn das. Wieso wusste Jone das und was hatte sie da geschrieben. Er verstand kein Wort, aber sie wusste was los war. Marcus verstand die Welt nicht mehr. "Flughafen, 27 Euro!" Marcus gab dem Taxifahrer 30 Euro und machte sich mit den Worten "Stimmt so" auf ins Flugzeug. 

*

 

Bristol war eine schöne Stadt. Bei weitem nicht so groß, wie Berlin. Bristol hatte nur um die 430.000 Einwohner, aber sie war schön. Gemütlich wirkte die Stadt. Groß aber überschaubar. Sauber und doch belebt. Er mietete sich im Best Western Victoria Square Hotel ein.  Ein wunderschönes Ambiente im Altmodernen Stil. Es hatte zwar nur 2 Sterne, aber es war völlig ausreichend für Marcus. Jone hätte dieses traumhafte Hotel sicherlich auch gefallen.

Als er seine Koffer ausgepackt hatte, machte er sich auf den Weg in die Stadt und begutachtete die Gegend. Alte Häuser küssten die angrenzenden modernen Gabäude. Es war ein gekonnter Mix aus verschiedenen Generationen. Marcus schländerte durch die malerischen Gassen und beschloss sich ein Auto zu mieten. 

Ein Mustang war es gewesen. Babyblau und super in Schuss. Er hatte ihn bei einem Privatvermieter ergattert, bei dem es nicht nur preiswerter gewesen war, sondern auch echter. 

Marcus fuhr raus aufs Land und da er schon mal dabei war runter zur Südküste an die Nordsee von der englischen Seite aus.

Es war bereits Abends als er dort ankam und sich in ein gemütlichen Dorf Namens Fleet in einer Kneipe niederließ. Erst weit nach Mitternacht machte er sich auf den Weg zurück nach Bristol.

*
Ein wunderschönes altes Holzhaus. Eine Veranda mit Schaukelstuhl und Hangebank, auf der beichfarbende Polster den Sitzkonfort ermöglichten. Das Holzgeländer zum Schutz war eingerahmt in vielen bunten Blumen. Sie blühten und das mitten im Februar. Beim genaueren hinsehen, war es täuschend echtes Plastik. "Ich liebe diese Blumen und hasse den Winter. Ich versuche damit ihn zu vertreiben!" Eine tiefe Stimmte begrüßte Marcus auf diese Art und Weise. Der englische Aktzent machte die Stimme sympatisch und das dazugehörige Gesicht, welches Marcus jetzt hinter der Fliegentür auf der Veranda erkennen konnte. 
Ein Cowboyhut versteckte seine dunklen Haare, die schon sehr flausig geworden waren. Seine tiefblauen Augen verieten, dass er der Bruder von Jone war. Sie hatten die gleiche Form, die gleiche Farbe und die gleiche Ausstrahlung. Diese Augen erzählten eine traurige Geschichte. Eine Narbe war einst nicht richtig verheilt und entstellte die rechte Seite des eigentlich sehr schönen Gesichtes. Seine Lippen glichen ebenfalls denen von Jone. Eine Weste und einer Lederhose ließen Marcus schlussfolgern, dass dieser Mann aus dem  Wilden Westen geflohen ist und hier unter Indianern ein neues Leben aufbaute. Die Gegend hier war wie aus einem Wild West Film. Aber eben der Teil der Indianer. "Ich bin Elias, Willkommen!" Der Mann deutete Marcus auf die Veranda zu kommen, um ihn ordentlich zu begrüßen. "Bitte setz dich. Ich sage du zu dir, da du ja mein Schwager bist!" Elias grinste und verschwand kurz hinter der Fliegentür um zwei kleine Gläser gefüllt mit einer bräunlichen Flüssigkeit zu holen. "Burbon ?!" antwortete er dem fragenden Gesichtsausdruck Marcus' zuvorkommend. "Danke, N..nein!" stotterte dieser. "Ha ha," lachte Elias tief "Du wirst ihn sicher noch brauchen! Also nimm!" Marcus wollte nicht unhöflich sein und so quälte er sich dieses Zeug hinunter. "Nun sage mir was ist los. Du bist auf der Suche nach diesem Geheimnis, nicht wahr ? Und ich weiß auch, dass Jone es weiß und vielen Dank für die Grüße." Marcus traute seinen Ohren nicht. Was zum Teufel war hier los. 
Er wusste, aus dieser Geschichte kam er komplett heil zumindest nicht mehr raus.
 

 

31.7.11 14:32


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